Die Multiplikator*innen-Schulung „MIKADO open up – digital Empowerment“ vermittelt, wie IT-Anfängerinnen mit Fluchtgeschichte beim Erwerb grundlegender Kenntnisse an PC und Smartphone begleitet werden können. Die Teilnehmenden entwickeln nach dem Vorbild der Digital-Empowerment-Trainings für geflüchtete Frauen ein Konzept und Materialien für ein eigenes IT-Training und setzen dieses anschließend an ihrem Standort um.
Inhalte: IT-Grundlagen vermitteln und Trainings gestalten
Die Qualifizierung verbindet digitale Grundbildung mit der methodischen und didaktischen Vorbereitung auf die Rolle als IT-Trainerin. Behandelt werden IT-Grundbegriffe und deren Vermittlung, Trainingsmethoden sowie die Planung eines gesamten Kurses und einzelner Trainingseinheiten. Weitere Schwerpunkte bilden diskriminierungssensible Didaktik und die Entwicklung barrierearmer Lernmaterialien.
Für die Gestaltung der Trainings sind Empowerment und Gleichberechtigung durch digitale Mündigkeit, die Stärkung der Lernfähigkeiten sowie Barrieresensibilität von besonderer Bedeutung. Der Ansatz ist lernerinnenzentriert, offen, flexibel und auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmerinnen ausgerichtet. Dazu gehört auch, Lernprozesse zu reflektieren und eine medienkritische und selbstbestimmte Haltung zu entwickeln.
Die verwendeten Trainingsmaterialien sind größtenteils seit 2020 in den MIKADO-Projekten sowie im Modellprojekt Digital Empowerment entstanden. Sie wurden in Trainings mit geflüchteten Frauen auf ihre Praxistauglichkeit geprüft und wiederholt angepasst.
Zielgruppe
Die Multiplikatorinnen-Schulung richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen mit oder ohne Organisation, die eigene IT-Trainings für geflüchtete Frauen anbieten möchten. Das Train-the-Trainer-Angebot adressiert zudem ausdrücklich Frauen, die selbst Fluchterfahrung haben und andere Frauen beim Umgang mit Computer und Internet unterstützen möchten.
Ablauf: Von der Qualifizierung zum eigenen IT-Training
Die Schulung beginnt mit einer fünftägigen Online-Blockwoche in Vollzeit. Daran schließt sich eine achtwöchige Online-Lernphase an. Für diese Phase ist ein wöchentlicher Arbeitsaufwand von drei bis sechs Stunden vorgesehen. Ein zweitägiger Abschlussworkshop in Berlin ergänzt die Online-Phasen.
Ein zentraler Bestandteil der Qualifizierung ist das Praxisprojekt. Die Teilnehmenden entwickeln auf Grundlage der vermittelten Inhalte ein eigenes IT-Training für geflüchtete Frauen und führen dieses anschließend an ihrem jeweiligen Standort durch. Damit umfasst die Schulung nicht nur die Konzeption von Training und Lernmaterialien, sondern auch deren praktische Anwendung.
Während der Umsetzungsphase erhalten die Teilnehmenden eine individuelle Begleitung. Diese findet nach Möglichkeit vor Ort, andernfalls online statt. Auch während der Qualifizierung begleiten die MIKADO-Trainer*innen und die Gruppe die Entwicklung des eigenen Trainings, geben Feedback und unterstützen den Arbeitsprozess.
Durchführung und Förderung
Durchgeführt und organisiert wird MIKADO open up vom FrauenComputerZentrumBerlin e.V. Das Projekt wird aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie der Beauftragten der Bundesregierung für Antirassismus gefördert.