Mit der Innovationsstrategie der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg 2035 (InnoBB 2035) definieren die Bundesländer Berlin und Brandenburg die Ausrichtung ihrer gemeinsamen Innovationspolitik für die kommenden zehn Jahre. Die im Juli 2026 beschlossene Strategie soll die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der Hauptstadtregion stärken, Innovationen in die Anwendung bringen und wirtschaftliche Transformationsprozesse unterstützen.
Von der innoBB zur InnoBB 2035
Die länderübergreifende Innovationspolitik reicht bis 2011 zurück. Damals beschlossen Berlin und Brandenburg mit der ersten innoBB eine gemeinsame Innovationsstrategie. Darauf folgte die 2019 beschlossene innoBB 2025, die unter anderem Digitalisierung, Reallabore und Testfelder, Arbeit 4.0 und Fachkräfte sowie Start-ups und Gründungen als clusterübergreifende Schwerpunkte festlegte.
Die InnoBB 2035 knüpft an diese Entwicklung und die in den vergangenen 15 Jahren entstandenen Innovationsnetzwerke an. Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen, Start-ups und weitere Akteure sollen weiterhin länderübergreifend zusammenarbeiten.
Vision und strategische Ziele
Die Vision lautet: „Wir sind die Hauptstadtregion – der Ort, an dem Innovationen Zukunft gestalten und Transformation vorantreiben.“ Berlin-Brandenburg soll sich als dynamische und zukunftsfähige Innovationsregion Europas entwickeln und Innovationen in Wirtschaft und Gesellschaft tragen.
Dafür benennt die Strategie zwei wirtschafts- und innovationspolitische Leitziele: die Stärkung der ökonomischen Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz durch Innovation sowie der Innovationsfähigkeit und -aktivität der Innovationsökosysteme. Ergänzend formuliert sie vier Transformationsziele: Innovationen sollen die digitale Transformation, die Reduktion von Treibhausgasemissionen und Ressourceneffizienz, den Umgang mit demografischem Wandel und gesellschaftlicher Teilhabe sowie Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit unterstützen.
Fünf Zukunftsbereiche
Die Strategie konzentriert die gemeinsame Innovationspolitik auf fünf branchen- und sektorübergreifende Zukunftsbereiche:
- Digitale Technologien & Creative Tech
- Intelligente Energiesysteme
- Innovative Mobilität
- Gesundheit & Teilhabe
- Innovative nachhaltige Produktion & Materialien
Im Bereich Digitale Technologien & Creative Tech werden digitale und kreative Technologien sowohl als eigenständige Innovationsfelder als auch als Querschnittstechnologien verstanden. Dazu gehören unter anderem Künstliche Intelligenz, Datenmanagement, maschinelles Lernen, Quantentechnologien, Cybersicherheit, Cloud- und Edge-Computing sowie 5G/6G.
Vier Erfolgsfaktoren
Die Zukunftsbereiche werden durch vier handlungsleitende Erfolgsfaktoren ergänzt: Wissens- und Technologietransfer, betriebliche Innovationskultur und Entrepreneurship, lebenslanges Lernen und neue Arbeitsformen sowie innovationsfreundliche Rahmenbedingungen. Sie sollen Innovationshemmnisse reduzieren und die Voraussetzungen dafür verbessern, Wissen und Technologien in marktfähige Lösungen zu überführen.
Beim lebenslangen Lernen stehen unter anderem Qualifizierung, innovations- und technologiebezogene Weiterbildung sowie neue Arbeitsformen wie Remote Work und agile Teams im Fokus.
Umsetzung, Steuerung und Finanzierung
Für die Umsetzung richten Berlin und Brandenburg auf Staatssekretärsebene ein länderübergreifendes Steuerungsgremium unter Federführung der Wirtschaftsressorts ein. Arbeitsgremien unterstützen die inhaltliche Umsetzung und Vernetzung. Ein regelmäßiges Monitoring soll Aktivitäten, Ergebnisse und langfristige Wirkungen erfassen und Anpassungen ermöglichen.
Die Wirtschaftsförderung Land Brandenburg (WFBB) und Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH begleiten die Umsetzung und unterstützen Vernetzung sowie Wissens- und Technologietransfer. Ein konkretes Gesamtbudget für die InnoBB 2035 wird in der Strategie nicht ausgewiesen.