DsiN-Sicherheitsindex 2025: Digitale Sicherheit bleibt auf kritischem Niveau

Der Sicherheitsindex 2025 zur digitale Sicherheitslage von Verbraucher*innen in Deutschland zeigt: Immer mehr Menschen erleben digitale Angriffe, doch das Schutzverhalten stagniert. Über die Hälfte bleibt unzureichend geschützt.

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Mit dem Sicherheitsindex 2025 legt der Verein Deutschland sicher im Netz (DsiN) erneut ein Lagebild zur digitalen Sicherheitslage der Verbraucher*innen in Deutschland vor. Das Ergebnis ist alarmierend: Der Index stagniert bei nur 55,7 Punkten – einem historischen Tiefstand. Gleichzeitig erreicht die Zahl erlebter Sicherheitsvorfälle ein Rekordhoch.

Wachsende Bedrohungen, sinkendes Risikobewusstsein

Die Studie macht deutlich, dass digitale Gefahren weiter zunehmen. Besonders Phishing-Angriffe über Messenger und SMS sind mittlerweile der häufigste Vorfall: Ein Drittel der Befragten war im letzten Jahr betroffen. Trotzdem sinkt das subjektive Verunsicherungsgefühl auf ein Rekordtief. Viele Menschen gewöhnen sich offenbar an die Risiken – ohne sie realistisch einzuschätzen.

Diese Diskrepanz spiegelt sich auch in der „Wissens-Verhaltens-Schere“ wider: Während das Sicherheitswissen mit 90,5 Punkten konstant hoch bleibt, fällt das Sicherheitsverhalten auf nur 52,9 Punkte. Nutzer*innen wissen also, wie sie sich schützen können, setzen dieses Wissen aber im Alltag zu selten um.

Vertrauen als Schlüsselthema

Fokusthema der diesjährigen Studie ist das Vertrauen in digitale Angebote. 78,5 Prozent der Befragten messen diesem Thema hohe Bedeutung bei, doch nur 15,6 Prozent fühlen sich digital kompetent genug, Risiken einzuschätzen. Öffentliche Stellen genießen mit 63 Prozent das größte Vertrauen, während soziale Medien (25 Prozent) oder KI-Anwendungen (29 Prozent) auf deutlich geringere Akzeptanz stoßen.

Die Studie zeigt, dass Vertrauen nicht naiv sein darf, sondern auf Kompetenz beruhen muss. Fehlendes Verständnis führt schnell zu Sorglosigkeit oder fatalistischer Resignation – beides verstärkt digitale Unsicherheit.

Digitale Spaltung verstärkt sich

Über die Hälfte der Internetnutzenden gehört inzwischen zu Gruppen mit niedrigem oder fatalistischem Sicherheitsverhalten. Besonders die „gutgläubigen Nutzer:innen“ machen mit 42,6 Prozent die größte Gruppe aus – ihr Sicherheitsindex liegt erstmals unter der kritischen 50-Punkte-Marke. Damit droht eine digitale Spaltung, die nicht nur individuelle Risiken vergrößert, sondern auch gesellschaftliche Teilhabe gefährdet.

DsiN-Geschäftsführerin Isabelle Rosière betont daher: „Digitale Mündigkeit braucht konkrete Kompetenz.“ Nur durch alltagsnahe Bildung und Aufklärung könne verhindert werden, dass große Teile der Gesellschaft digital abgehängt werden.

Aufklärung und Prävention als gemeinsame Aufgabe

Der Index macht deutlich, dass Sicherheit im Netz mehr ist als individuelle Vorsicht. Auch Anbieter und Plattformen stehen in der Verantwortung, nutzerfreundliche Sicherheitsstandards „by design“ und „by default“ umzusetzen. Gleichzeitig erwarten die Bürger:innen, dass Aufklärung niedrigschwelliger und verständlicher vermittelt wird – von der Schule über die Arbeitswelt bis ins Alter.

DsiN selbst setzt dabei auf praxisnahe Initiativen wie den Digitalführerschein (DiFü), den Digitalen Engel oder den Digital-Kompass, die digitale Kompetenzen in verschiedenen Zielgruppen stärken.

Fazit: Kompetenzen für digitale Souveränität

Der DsiN-Sicherheitsindex 2025 zeigt, dass digitale Risiken längst Teil des Alltags sind – doch viele Menschen handeln nicht entsprechend. Entscheidend ist nun, Wissen in Verhalten zu übersetzen. Digitale Kompetenzentwicklung und Vertrauen sind dabei zwei Seiten derselben Medaille. Nur wenn Verbraucher*innen Risiken verstehen und ihnen kompetent begegnen können, wird digitale Souveränität in einer vernetzten Gesellschaft möglich.

Link zur Zusammenfassung des Index: https://www.sicher-im-netz.de/dsin-sicherheitsindex-2025/

Geltungsbereich
Deutschland
Publikationstyp
Bericht