Das Nationale E-Government Kompetenzzentrum (NEGZ) fördert 2026 vier Kurzstudien zum Deutschland-Stack. Die Forschungsprojekte untersuchen aus unterschiedlichen Perspektiven, wie eine gemeinsame digitale Grundlage für Bund, Länder und Kommunen technisch, organisatorisch und rechtlich gestaltet und weiterentwickelt werden kann. Die Ergebnisse sollen bis Mitte 2027 als frei zugängliche NEGZ-Kurzstudien veröffentlicht werden.
Organisationale Anpassungsfähigkeit
Die Universität Münster und Susanne Kaletta untersuchen in der Studie „Unlearning im Deutschland Stack“, wie Verwaltungen bestehende Routinen, Rollenbilder und Entscheidungsweisen hinterfragen können. In einem digitalen „Decision Lab“ sollen typische Entscheidungen der Verwaltungsdigitalisierung durchgespielt und zugrunde liegende Annahmen reflektiert werden. Dazu zählen etwa Entscheidungen zwischen Eigenentwicklung und Nachnutzung sowie zwischen schneller Umsetzung und gemeinsamer Standardisierung.
Deutschland-Stack für Planen und Bauen
Das Stein-Hardenberg-Institut, die Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung und die Technische Hochschule Mittelhessen untersuchen die Übertragung der Architektur des Deutschland-Stacks auf digitale Planungs- und Genehmigungsverfahren. Bestehende Standards und Lösungen wie XPlanung, XBau, Building Information Modeling, DiPlanung und Geodaten-Infrastrukturen werden den Ebenen des Deutschland-Stacks zugeordnet. Daraus soll die Skizze eines übertragbaren Referenzmodells entstehen.
Open Source und digitale Souveränität
Die Universität zu Lübeck, die MACH AG und das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) analysieren Open-Source-Projekte auf der Plattform openCode. Untersucht werden relevante Softwarelösungen, Programmiersprachen und Softwarebausteine sowie mögliche kritische Abhängigkeiten. Zudem betrachtet die Studie, welche Organisationen und Entwickler*innen das Open-Source-Ökosystem tragen und wie dauerhaft ihre Beteiligung ist.
Steuerung im föderalen System
Die Technische Hochschule Wildau sowie Dr. Tobias Schröter und Anuschka Siegers beschäftigen sich mit der institutionellen Ausgestaltung des Deutschland-Stacks. Im Fokus stehen die Beteiligung von Bund, Ländern und Kommunen, Rollen und Zuständigkeiten sowie Rückkopplungsprozesse zwischen Betrieb, Nutzung und Weiterentwicklung. Als Praxisbeispiel wird die Sozialplattform Nordrhein-Westfalen einbezogen.
Kurzstudien zur Verwaltungsdigitalisierung
Alle vier Projekte werden mit jeweils bis zu 10.000 Euro gefördert. Das NEGZ fördert jährlich Kurzstudien zur Verwaltungsdigitalisierung und hat bislang mehr als 30 veröffentlicht. Sie umfassen in der Regel 20 bis 30 Seiten und behandeln neue, bislang wenig erforschte oder noch auszugestaltende Fragestellungen des digitalen öffentlichen Sektors.
