Plattform Industrie 4.0 richtet Fokus auf industrielle KI

Die Plattform Industrie 4.0 wird zum zentralen Netzwerk für industrielle KI ausgebaut. Ziel ist es, KI-Anwendungen bis 2030 flächendeckend in der Industrie zu etablieren und den Mittelstand stärker einzubinden.

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Die Plattform Industrie 4.0 wird neu ausgerichtet und künftig als zentrales Strategie- und Umsetzungsnetzwerk für industrielle Künstliche Intelligenz (KI) in Deutschland weiterentwickelt. Dies beschlossen das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) sowie das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gemeinsam mit Vertreter*innen aus Wirtschaft, Verbänden und Forschung bei der konstituierenden Sitzung der neuen Leitungsrunde am 3. Juli 2026 in Berlin.

Ziel ist es, datengetriebene und KI-basierte Anwendungen bis 2030 als Standard in der deutschen Industrie zu etablieren und damit Wettbewerbsfähigkeit sowie technologische und digitale Souveränität zu stärken. Als Leitbild dient der auf der Hannover Messe 2026 vorgestellte Industrial AI Stack, der die Bereiche Infrastruktur, Daten, industrielle KI-Basismodelle und KI-Anwendungen umfasst.

Vier Maßnahmen für die Weiterentwicklung

Im Rahmen der Neuausrichtung wurden vier zentrale Handlungsfelder definiert. Bis September 2026 soll ein Arbeitsplan für den Aufbau eines Ökosystems für industrielle KI mit Zielen, Zuständigkeiten und Indikatoren vorliegen. Erste Maßnahmen sollen noch bis Dezember 2026 starten.

Darüber hinaus wird die Plattform für weitere Unternehmen und Organisationen geöffnet. Bis Ende 2027 sollen zusätzliche Industrieunternehmen, Tech-Unternehmen, Start-ups, mittelständische Betriebe und weitere Anwenderbranchen aktiv eingebunden werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Transfer von KI-Anwendungen in den Mittelstand. Hierfür wird eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit Skalierung und praktischer Umsetzung beschäftigt. Gleichzeitig werden neue Leitungs- und Arbeitsstrukturen eingeführt, um die Zusammenarbeit innerhalb der Plattform agiler zu gestalten.

Offene Technologien und industrielle Anwendung

Die Plattform Industrie 4.0 vereint bereits mehr als 300 Unternehmen und Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verbänden. Künftig sollen konkrete industrielle Anwendungsszenarien im Mittelpunkt stehen. Technologische Entwicklungen sollen auf offenen, interoperablen Ansätzen und der Nutzung von Open-Source-Technologien basieren.

Die Leitung der Plattform übernehmen auf Industrieseite künftig Rainer Brehm (Siemens Digital Industries) und Dr.-Ing. Stephan Mayer (TRUMPF Machine Tools). Die Plattform knüpft dabei an bestehende Ergebnisse wie die Verwaltungsschale (Asset Administration Shell), Datenökosysteme wie Catena-X und Manufacturing-X sowie internationale Kooperationen an.

Zu den nächsten Meilensteinen zählen die Vorstellung des Arbeitsplans bei den Community-Days im September 2026 sowie eine KI-Konferenz des Bundeswirtschaftsministeriums im Dezember 2026, bei der zugleich die Umsetzung der neuen Maßnahmen beginnt.

Geltungsbereich
Deutschland
Themen
Digitale Transformation Digitalisierung