Der Beschäftigungsausblick ist ein Jahresbericht der OECD, der sich mit den neuesten Trends und Entwicklungen auf dem internationalen Arbeitsmarkt befasst. Die Ausgabe 2025 mit dem Title „Can we get through the demographic crunch?“ untersucht die Arbeitsmarktdynamik in den OECD-Ländern und konzentriert sich auf die Alterung der Bevölkerung und die Schlüsselrolle digitaler Kompetenzen bei der Aufrechterhaltung der aktiven Teilhabe älterer Generationen an der Erwerbsbevölkerung.
Einer der Schlüsselfaktoren für die Umgestaltung des Arbeitsmarktes ist der Anstieg der Künstlichen Intelligenz (KI), der den Bedarf der Bürger*innen und Arbeitnehmer*innen an digitalen, unternehmerischen und managementbezogenen Kompetenzen erhöht. Gleichzeitig kann der Einsatz von KI routinemäßige kognitive und administrative Fähigkeiten überflüssig machen. Diese Veränderungen wirken sich in unterschiedlichem Maße auf ältere Arbeitnehmer aus, je nach Tätigkeitsbereich, Bildungsniveau und Qualifikationen.
In ähnlicher Weise schafft der digitale und der grüne Wandel neue Arten von Arbeitsplätzen und mit ihnen die Notwendigkeit, dass Arbeitnehmer*innen eine stärkere Mischung aus digitalen und technischen Kompetenzen entwickeln. Dies ist besonders wichtig für ältere Generationen, die Gefahr laufen, ohne die richtige Unterstützung zurückgelassen zu werden.
Das Thema steht auch im Zusammenhang mit den Zielen der EU für die Digitale Dekade 2030, wonach 80 % der Bürger über mindestens grundlegende digitale Kompetenzen verfügen und Europa 20 Millionen IKT-Fachkräfte ausbilden soll. Laut dem jüngsten Bericht zum Stand der Digitalen Dekade sind die Fortschritte nach wie vor langsam, und diese Ziele könnten nicht rechtzeitig erreicht werden, wenn nicht mehr für die Förderung von Aus-, Fort- und Weiterbildung getan wird und mehr in den Aufbau digitaler Kompetenzen investiert wird.
Insgesamt unterstreichen sowohl die Sichtweise der OECD als auch die der EU eine einfache Wahrheit: Menschen beim Aufbau digitaler Kompetenzen zu unterstützen, geht über die Beschäftigungsfähigkeit hinaus – es geht darum, sicherzustellen, dass jeder an der Zukunft der Arbeit teilhaben und darin erfolgreich sein kann.
Schließlich fordert der Bericht eine Strategie, die auf Anreizen, Beschäftigungsfähigkeit und Chancen basiert, um älteren Arbeitnehmer*innn zu helfen, sich weiterzuentwickeln und ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Bewährte Verfahren gibt es bereits, wie das Schweizer Viamia-Programm, das Arbeitnehmer*innen über 40 Berufsberatung bietet. Sowie das estnische KI-Programm Leap i nitiative, das KI in die allgemeine und berufliche Bildung integriert, um Menschen dabei zu helfen, ihre Fähigkeiten an neue Anforderungen anzupassen.
Um Lernende jeden Alters zu unterstützen, müssen die Arbeitsmärkte inklusiv und zukunftsfähig sein. Investitionen in lebenslanges Lernen und in digitale Kompetenzen sind der Schlüssel, um ältere Arbeitnehmer*innen wettbewerbsfähig zu halten. Aber auch flexible Arbeit, Gesundheit am Arbeitsplatz und altersgerechte Arbeitsplätze tragen dazu bei, die Beschäftigungsfähigkeit und das Wohlbefinden zu erhalten.
