Learning Delphi Studie: Künstliche Intelligenz verändert die digitale Weiterbildung

Die Trendstudie zeigt: KI dominiert das digitale Lernen, verändert Lerntechnologien, Prüfungsformate und Marktstrukturen – und stellt neue Anforderungen an Kompetenzen und Regulierung.

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Die 20. Trendstudie MMB Learning Delphi 2025/2026 des mmb Instituts zeigt deutliche Veränderungen in der digitalen beruflichen Bildung. An der Online-Befragung beteiligten sich zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 insgesamt 77 Expert*innen aus der Bildungsszene.

Branchenklima und Marktverschiebungen

Die wirtschaftliche Lage der digitalen Bildungswirtschaft wird insgesamt etwas positiver bewertet als im Vorjahr. Traditionelle E-Learning-Anbieter gelten weiterhin als stabil, verlieren jedoch seit einigen Jahren an Bedeutung. Internationale Bildungsplattformen und Ed-Tech-Startups werden dagegen weiterhin gut eingeschätzt. Die Studie verweist darauf, dass allgemeine KI-Systeme zunehmend Aufgaben übernehmen, die bisher von klassischen E-Learning-Anbietern erbracht wurden.

Lerntechnologien: Chatbots an der Spitze

Chatbots und KI-basierte Lernassistenten stehen bei den Lerntechnologien klar im Vordergrund. Fast alle Befragten sehen sie als zentral für die kommenden drei Jahre. Gleichzeitig verlieren Video-Tutorials und Microlearning-Angebote an Zustimmung. Stabil bleiben etablierte Konzepte wie Blended Learning und Adaptive Learning. Auch KI-gestützte Systeme zur Prüfungsaufsicht gewinnen an Bedeutung.

Beim wirtschaftlichen Potenzial liegen Chatbots und Lernassistenten erstmals auf Platz eins, gefolgt von Adaptive Learning. Blended Learning gewinnt erneut an Bedeutung, während Video-Tutorials sowie Augmented-, Virtual- und Mixed-Reality-Anwendungen deutlich schlechter bewertet werden.

Zentrale Lernthemen

Künstliche Intelligenz bleibt nach Einschätzung der Befragten das wichtigste Lernthema für die digitale berufliche Bildung. Danach folgen Future Skills sowie IT-Anwendungen und IT-Geschäftsprozesse. Themen wie Nachhaltigkeit, Compliance und Arbeitsschutz verlieren in der Einschätzung an Bedeutung.

Prüfungsformate im Wandel

Die Studie zeigt auch Veränderungen bei Prüfungsformaten. Klassische schriftliche Formate wie Hausarbeiten oder Klausuren gelten im Zusammenhang mit generativer KI als weniger verlässlich. Synchrone und praxisnahe Formate werden stärker hervorgehoben, etwa praktische Demonstrationen, mündliche Prüfungen oder Fachgespräche. Diese Formate ermöglichen eine direktere Bewertung von Kompetenzen, sind aber mit höherem organisatorischem Aufwand verbunden.

Regulierung und KI-Einsatz

Beim Einsatz von KI in der beruflichen Bildung sehen die Befragten vor allem beim Urheberrecht und bei der Kennzeichnung KI-generierter Inhalte Regelungsbedarf. Beim Datenschutz gehen die Einschätzungen auseinander: Ein Teil sieht weiteren Regulierungsbedarf, ein anderer bereits Überregulierung.

Chancen und Risiken

KI wird als fester Bestandteil der kommenden Bildungsentwicklung gesehen. Viele Befragte erwarten Entlastung für Lehrende. Gleichzeitig werden mögliche Kompetenzverluste durch KI-Nutzung sowie zusätzlicher Aufwand für die Qualitätsprüfung KI-generierter Inhalte genannt.

Geltungsbereich
Deutschland
Themen
Künstliche Intelligenz Lernen & Lehren digital