KI in Unternehmen: Führung, Zusammenarbeit und Kompetenzen

Wie Unternehmen KI strategisch einsetzen können: Dr. Christian Temath spricht über Führung, Zusammenarbeit, Governance, Anbieterabhängigkeiten und notwendige KI-Kompetenzen.

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In der Folge „KI ist Chefsache – und Teamsport“ des Podcasts „German GRC – Der Podcast über Governance, Risk & Compliance im Wandel“ spricht Dr. Christian Temath, Geschäftsführer von KI.NRW, über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen. KI.NRW ist die Kompetenzplattform des Landes Nordrhein-Westfalen für KI und am Fraunhofer IAIS verankert. Ein Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung kleinerer und mittlerer Unternehmen, die mit dem Einsatz von KI beginnen oder Orientierung bei der Umsetzung suchen.

Von der Technologiefrage zur strategischen Aufgabe

Temath beschreibt, dass sich die Fragestellungen von Unternehmen verändert haben. Vor November 2022 kamen Anfragen zu KI vor allem von IT-Verantwortlichen und Expert*innen aus Data Science oder Machine Learning. Inzwischen wenden sich verstärkt Geschäftsbereiche und Geschäftsführungen an KI.NRW. Im Mittelpunkt steht damit weniger die technische Funktionsweise als die Frage, wie KI für konkrete Herausforderungen eines Unternehmens eingesetzt werden kann.

Ausgangspunkt sollte laut Temath deshalb nicht eine bestimmte KI-Technologie sein. Zunächst müsse geklärt werden, womit sich ein Unternehmen beschäftigt, welche Herausforderungen bestehen und an welchen Stellen KI zu einer Lösung beitragen kann. Dabei können zunächst überschaubare und klar beschriebene Anwendungsfälle im Vordergrund stehen.

„Chefsache“ und „Teamsport“

Temath bezeichnet KI zugleich als Chefsache und Teamsport. Als strategisches Thema müsse KI in der Unternehmensführung berücksichtigt und mit Geschäftsprozessen verbunden werden. Gleichzeitig betreffe sie heute Mitarbeiter*innen in unterschiedlichen Unternehmensbereichen – etwa Marketing, Vertrieb oder Verwaltung.

Für die organisatorische Verankerung beschreibt Temath zentrale Strukturen wie Kompetenzzentren, die mit den Fachbereichen zusammenarbeiten. Fachabteilungen können relevante Anwendungsfälle identifizieren, während eine zentrale Stelle koordiniert und gemeinsame Rahmenbedingungen schafft.

Governance, Regulierung und Anbieterabhängigkeiten

Mit einer breiteren Nutzung von KI entstehen Fragen zu Guidelines, Governance und Compliance. Hinzu kommen Unsicherheiten durch die EU-KI-Verordnung und weitere regulatorische Anforderungen. Temath verweist darauf, dass Unternehmen Regeln dafür benötigen, welche Werkzeuge Mitarbeiter*innen einsetzen dürfen und wie mit ihnen umzugehen ist.

Auch die Abhängigkeit von Anbietern und einzelnen KI-Modellen wird thematisiert. Als mögliche Ansätze nennt Temath Multi-Supplier-Strategien sowie modellagnostische Systeme, die einen Wechsel zwischen verschiedenen Modellen ermöglichen. Auch lokal betriebene Open-Source-Modelle können dabei eine Rolle spielen.

Unterschiedliche KI-Kompetenzen im Unternehmen

Für den KI-Einsatz unterscheidet KI.NRW verschiedene Kompetenzprofile. Neben KI-Anwender*innen nennt Temath KI-Befähigerinnen, die erkennen können, welche Technologie zu einem Geschäftsproblem passen könnte. Für die technische Entwicklung und Umsetzung werden darüber hinaus KI-Expert*innen benötigt. Die jeweiligen Rollen erfordern damit unterschiedliche Kenntnisse und Kompetenzen im Umgang mit KI.

Die Kompetenzplattform KI.NRW ist Mitglied im Nationalen Bündnis Digitale Kompetenzen für Beruf und Alltag.

Geltungsbereich
Deutschland
Themen
Künstliche Intelligenz