Grundwerte im Zeitalter von KI: Anforderungen an eine verantwortungsvolle Gestaltung

Positionspapier analysiert Auswirkungen von KI auf Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität und formuliert 25 Forderungen für Transparenz, Regulierung und eine gemeinwohlorientierte Gestaltung.

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Das überarbeitete Positionspapier „Grundwerte in der digitalisierten Gesellschaft“ des Vereins ‚D64 – Zentrum für digitalen Fortschriff‘ analysiert die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz (KI) auf zentrale gesellschaftliche Werte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Acht Jahre nach der Erstveröffentlichung wurden die Inhalte grundlegend aktualisiert, um den technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Grundlage bilden 25 Forderungen, die einen Orientierungsrahmen für den wertebasierten Einsatz von KI darstellen.

KI-Systeme sind zunehmend Teil alltäglicher Entscheidungsprozesse, etwa bei Kreditvergaben, Verwaltungsverfahren oder Sozialleistungen. Diese Systeme treffen Entscheidungen häufig automatisiert, ohne transparente Begründung oder nachvollziehbare Kontrollmöglichkeiten. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, Verantwortung, Transparenz und rechtliche Rahmenbedingungen neu zu definieren.

Im Bereich der Freiheit betont das Papier die Bedeutung nachvollziehbarer Entscheidungsprozesse. KI-gestützte Entscheidungen müssen erklärbar sein, und es braucht institutionalisierte Governance-Strukturen mit unabhängiger Aufsicht. Zudem wird gefordert, dass manipulative Mechanismen, etwa durch emotional gestaltete KI-Interaktionen, offengelegt und deaktivierbar sein müssen. Datenschutz und Schutz vor Überwachung bleiben zentrale Voraussetzungen für die Wahrung individueller Rechte.

Im Hinblick auf Gerechtigkeit wird hervorgehoben, dass KI-Systeme bestehende Diskriminierungen reproduzieren können, da sie auf historischen Daten basieren. Deshalb sind transparente, überprüfbare Systeme sowie die konsequente Anwendung bestehender Rechtsrahmen erforderlich. Betroffene von KI-gestützten Entscheidungen sollen stärkere Rechte auf Überprüfung und Korrektur erhalten. Darüber hinaus wird digitale Bildung als Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und einen reflektierten Umgang mit KI hervorgehoben.

Das Prinzip der Solidarität wird insbesondere im Kontext von Daseinsvorsorge und Arbeitswelt adressiert. KI kann bestehende solidarische Systeme, etwa im Versicherungswesen, durch individualisierte Risikobewertungen unter Druck setzen. Gleichzeitig entstehen durch Automatisierung neue Fragen zur Verteilung von Wertschöpfung und zur Gestaltung von Arbeit. Das Positionspapier fordert, technologische Gewinne stärker am Gemeinwohl auszurichten und für Qualifizierung sowie soziale Absicherung zu nutzen.

Ergänzend wird die Bedeutung von offenen Daten, transparenter Ressourcennutzung und nachhaltiger Gestaltung von KI-Systemen betont. Insgesamt zeigt das Papier, dass der Einsatz von KI umfassende gesellschaftliche Anpassungen erfordert und eng mit grundlegenden Wertfragen verknüpft ist.

Über D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt e.V.

D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt e.V. versteht sich als Verein für progressive Digitalpolitik. Die Organisation setzt sich mit den sozialen, ökologischen, technologischen und politischen Auswirkungen der Digitalisierung auseinander und will Impulse für die Gestaltung der digitalen Transformation geben. Dabei beruft sie sich auf die Werte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität.

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