Girls in ICT: Technologie braucht mehr weibliche Stimmen, Mut und Geschichten

Das Webinar Girls in ICT, Vol. 3 zeigt, wie Vorbilder, frühe Technik-Erfahrungen, Mentoring und interdisziplinäre Ansätze mehr Mädchen und Frauen für Technologie und IKT gewinnen können.

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Am 23. April 2026 fand anlässlich des International Girls in ICT Day ein internationales Webinar statt, das Expert*innen aus den Bereichen Technologie, Künstliche Intelligenz, Robotik und Cybersicherheit aus Slowenien, Tschechien, Dänemark, der Slowakei und Portugal zusammenbrachte. Mit persönlichen Geschichten, Erfahrungen und Überlegungen zur Zukunft der digitalen Welt zeigten die Referent*innen, dass Technologie längst nicht mehr nur Programmierung bedeutet, sondern auch Raum für Kreativität, Zusammenarbeit und gesellschaftliche Wirkung bietet.

Die Veranstaltung hob hervor, wie wichtig es ist, Mädchen und Frauen in den Technologiesektor einzubeziehen, und eröffnete eine Debatte über die Kompetenzen der Zukunft, Stereotype und die Chancen der digitalen Gesellschaft.

Technologie ist nicht nur Programmieren

Jana Matoušková von Microsoft wies darauf hin, dass IT nicht nur Programmierung bedeutet, sondern auch Menschen verbindet und Kreativität, Design und Problemlösung umfasst. Heute leitet sie Girls Nail IT und bringt Schüler*innen weiterführender Schulen Technologie durch praktische Workshops, persönliche Geschichten und Vorbilder aus der Branche näher.

Sie betonte, dass gerade persönliche Geschichten und der Kontakt mit Menschen aus der Branche Mädchen dabei helfen können, Technologie als einen Bereich voller Möglichkeiten und Entwicklungschancen wahrzunehmen.

Auch Eva Pirc aus Slowenien, die ihre Karriere in der Biomedizintechnik begann und heute in der Elektronikentwicklung arbeitet, betonte diesen Aspekt. Sie erklärte, dass technische Kompetenzen in hohem Maße übertragbar seien und junge Menschen häufig erst durch das Ausprobieren verschiedener Bereiche herausfinden, was sie wirklich interessiert.

„Wenn Mädchen es nie ausprobieren, können sie nicht wissen, ob es sie interessiert“

Eva Pirc wies außerdem darauf hin, dass häufig vor allem Mädchen angesprochen werden, die sich bereits für Technologie interessieren, während viele andere gar keine Gelegenheit haben, damit in Berührung zu kommen. Ihrer Ansicht nach sollten technologische und ingenieurwissenschaftliche Inhalte deutlich stärker in die Lehrpläne von Grundschulen integriert werden.

Gerade der frühe Kontakt mit Technologie kann entscheidend dafür sein, Selbstvertrauen zu entwickeln, eigene Interessen zu erkunden und Stereotype darüber aufzubrechen, für wen Technologie „gedacht“ ist.

Von Videospielen zur Cybersicherheit

Zuzana Pechová aus Tschechien entwickelte ihre Begeisterung für Technologie durch Science-Fiction und Videospiele. Gerade die Spiele halfen ihr dabei, Englischkenntnisse, technisches Denken und ein Interesse an Informatik zu entwickeln.

Sie sprach auch offen über das Gefühl der Einsamkeit in der überwiegend männlich geprägten Technologiebranche. Deshalb gründete sie die Community Cyber Ladies mit, die Frauen im Bereich Cybersicherheit Unterstützung, Mentoring und ein Gefühl der Zugehörigkeit bietet.

Ihre Geschichte eröffnete eine wichtige Debatte über Stereotype und die Einbeziehung von Frauen in Technologieberufe. Die Referent*innen waren sich einig, dass es nicht ausreicht, allein Mädchen zu ermutigen. Veränderungen müssen zu einer Aufgabe der gesamten Gesellschaft werden.

Robotik, Künstliche Intelligenz und die Kraft der Interdisziplinarität

Nermeen Ghoniem aus Dänemark berichtete, dass ihre Begeisterung für Filme und ihr Wunsch, von Star Wars inspirierte Roboter zu entwickeln, sie in die Welt der Technologie führten. Heute arbeitet sie in den Bereichen Robotik, Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Ihre Geschichte zeigt, dass sich kindliche Neugier zu einer erfolgreichen internationalen Karriere entwickeln kann.

Auch Katarína Marcinčinová aus der Slowakei brachte eine interessante Perspektive ein. Sie hat einen philosophischen Hintergrund und arbeitet heute im Bereich intelligenter Technologien. Sie wies darauf hin, dass Technologie heute interdisziplinäre Ansätze erfordert. Das Verständnis von Gesellschaft, Ethik, Ideen und den Auswirkungen Künstlicher Intelligenz wird ebenso wichtig wie technisches Wissen.

Wir brauchen mehr als Worte der Unterstützung

Cláudia Mendes Silva aus Portugal betonte, dass neben ermutigenden Kampagnen auch konkrete Maßnahmen, Mentoring, der Zugang zu Chancen und eine langfristige Unterstützung von Frauen während des Studiums und nach der Mutterschaft notwendig sind, um ihre Beteiligung im Technologiesektor zu erhöhen.

Sie hob außerdem hervor, wie wichtig es ist, Technologie mit gesellschaftlicher Wirkung zu verbinden und Lösungen zu entwickeln, die Gemeinschaften zugutekommen.

Zum Abschluss der Veranstaltung betonten die Referent*innen, dass die Repräsentation von Frauen in der Technologie nicht nur eine Frage einzelner Personen ist, sondern die Entwicklung der gesamten Gesellschaft, Innovation und die Zukunft der digitalen Welt betrifft.

Die Veranstaltung Girls in ICT, Vol. 3 war damit nicht nur eine Diskussion über Technologie, sondern vor allem eine Erinnerung daran, dass die Zukunft der digitalen Welt durch Wissen, Mut, Gemeinschaft und die Chancen gestaltet wird, die wir jungen Generationen eröffnen.

Geltungsbereich
Europäische Union
Themen
Frauen in Tech