BIBB-Studie untersucht Kompetenzlücken durch digitale Technologien

Eine BIBB-Studie untersucht, wie digitale Technologien Kompetenzlücken beeinflussen und zugleich dazu beitragen können, vorhandene Kompetenzen von Beschäftigten stärker zu nutzen.

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Die Einführung neuer digitaler Technologien verändert Arbeitsprozesse und beeinflusst zugleich das Verhältnis zwischen den vorhandenen Kompetenzen von Beschäftigten und den Anforderungen ihrer Tätigkeit. Eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung untersucht diese Zusammenhänge und zeigt dabei zwei gegenläufige Entwicklungen.

Die Studie von BIBB-Forscherin Ana Santiago-Vela wurde unter dem Titel „The Impact of Digital Technologies on Skills-to-Job Mismatches“ in der Fachzeitschrift „New Technology, Work and Employment“ veröffentlicht. Für die Analysen wurden Daten der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung mit Daten des BIBB-Qualifizierungspanels verknüpft.

Kompetenzlücken nehmen trotz Weiterbildung zu

Die Ergebnisse zeigen, dass mit der Einführung neuer digitaler Technologien die Kompetenzlücken bei Beschäftigten zunehmen – auch dann, wenn Weiterbildungsmaßnahmen stattfinden. Dieser Zusammenhang zeigt sich in allen untersuchten Branchen unabhängig davon, wie hoch die Digitalisierungsintensität der Betriebe bereits ist.

Damit verändern digitale Technologien nicht nur einzelne Aufgaben. Sie wirken sich auch auf die Passung zwischen den Anforderungen am Arbeitsplatz und den vorhandenen Kompetenzen der Beschäftigten aus.

Vorhandene Kompetenzen werden stärker genutzt

Gleichzeitig stellt die Studie eine zweite Entwicklung fest: Mit der Einführung neuer digitaler Technologien sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass bereits vorhandene Kompetenzen von Beschäftigten ungenutzt bleiben. Digitalisierung kann demnach dazu beitragen, bestehende Fähigkeiten stärker in die Arbeit einzubringen.

Dieser Zusammenhang zeigt sich insbesondere in Branchen, deren Betriebe bislang eine vergleichsweise niedrige Digitalisierungsintensität aufweisen. Dort kann die Einführung neuer Technologien dazu beitragen, bislang ungenutzte Kompetenzen stärker einzusetzen.

Qualifizierung und Arbeitsgestaltung zusammendenken

Die Ergebnisse erweitern den Blick auf Qualifizierungsbedarfe im Zuge der Digitalisierung. Neben der Frage, welche zusätzlichen Kompetenzen Beschäftigte benötigen, betrachtet die Studie auch, wie sich Arbeitsanforderungen durch neue Technologien verändern und in welchem Umfang vorhandene Kompetenzen genutzt werden.

Für Politik und Praxis leitet die BIBB-Veröffentlichung daraus ab, Strategien zur Qualifizierung stärker mit Arbeitsgestaltung, der Einführung neuer Technologien und betrieblichem Lernen zu verbinden. Unterstützung bei der Anpassung von Kompetenzen bleibt demnach branchenübergreifend erforderlich. Zugleich verweist die Untersuchung bei weniger digitalisierten Branchen auf Potenziale für eine stärkere Nutzung bereits vorhandener Kompetenzen.

Geltungsbereich
Deutschland
Themen
Digitale Transformation Digitalisierung