Internet als selbstverständlicher Teil des Alltags
Immer mehr Menschen ab 65 Jahren sind in Deutschland online. Das geht aus der „Seniorinnen und Senioren in der digitalen Welt“ des Bitcom e.V. hervor, die im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) durchgeführt wurde.
Während vor fünf Jahren noch knapp die Hälfte das Internet nutzte, ist es inzwischen eine deutliche Mehrheit von 74 %. Viele können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Es dient nicht nur der Freizeitgestaltung, sondern auch dazu, geistig aktiv zu bleiben und den Kontakt zu Familie und Freunden zu pflegen.
Auch für alltägliche Aufgaben spielt das Netz eine wichtige Rolle: Kommunikation per E-Mail oder Textnachrichten, Informationssuche, Online-Banking, Einkaufen oder Reiseplanung gehören für viele Seniorinnen und Senioren zum Alltag.
Positive Haltung zur Digitalisierung – mit klaren Erwartungen
Die Generation 65+ sieht in der Digitalisierung Chancen (81 %) und Zwei Drittle der Befragten wünscht sich vielfach ein höheres Tempo. Gleichzeitig erwarten 80 %, dass politische Entscheidungen die Bedürfnisse älterer Menschen stärker berücksichtigen.
Trotz dieser Offenheit schätzen viele ihre eigenen digitalen Fähigkeiten nur als mittelmäßig ein und geben sich selbst die Schulnote 3,2. Mit zunehmendem Alter wächst die Unsicherheit im Umgang mit digitalen Anwendungen: Die 65- bis 69-Jährigen bewerten sich mit einer Schulnote von 2,6, die 70- bis 74-Jährigen geben sich eine 3,1, die 75- bis 79-Jährigen eine 3,5 und die Ältesten, ab 80 Jahren, bewerten sich nur noch mit 3,7.
Hürden für Nicht-Nutzende
Circa ein Viertel der älteren Bevölkerung bleibt offline (26 %). Fehlendes Interesse als Grund geben nur 41 % der Offliner*innen an. Hauptgründe für die Nicht-Nutzung sind fehlendes Wissen, Sicherheitsbedenken, mangelnde technische Ausstattung oder finanzielle Hürden. Gleichzeitig zeigt sich, dass nur 41 % grundsätzlich kein Interesse am Internet hat.
Hoher Unterstützungsbedarf
Fast alle Befragten, 96 %, wünschen sich Unterstützungsangebote, um digitale Kompetenzen auszubauen. Besonders gefragt sind telefonische Hilfsangebote (65 %), kostenfreie Schulungen (66 %) und Beratungen vor Ort (60 %).
54 % bekommen Hilfe vor allem von Freunden, Familie und Bekannten bei technischen Fragen und 42 % probieren selbständig digitale Neuerungen aus. Demgegenüber stehen 33% der Älteren, die sich keine neuen digitalen Fähigkeiten aneignen.
Offenheit gegenüber KI
Eine Mehrheit von 58 % steht technologischen Neuerungen offen gegenüber. Viele haben bereits Erfahrungen mit Künstlicher Intelligenz gesammelt oder interessieren sich für deren Einsatz, etwa im Gesundheitsbereich. Gleichzeitig bestehen Unsicherheiten hinsichtlich Bedienbarkeit und möglicher Auswirkungen.
Über die Studie
Der Digitalverband Bitkom e.V. befragte 1.004 Personen Personen in Deutschland ab 65 Jahren. Der Befragungszeitraum war Mitte September bis Mitte Oktober (KW 38 bis KW 42 2025). Eine aufbereitet Präsentation zur Studie ist unter dem folgenden Link erhältlich: https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/279162/f8cd5d6a0bbe8c5cbbb3521043b0764a/bitkom-studie-digitalisierung-senioren-data.pdf
