Frauen in Informatik-Ausbildungen: Anteile bleiben seit Jahren nahezu unverändert

Das aktuelle Daten-Special des Projekts „Tech2stay“ gibt einen Überblick über die Entwicklung des Frauenanteils in Ausbildungsberufen der Informatik seit 2004 und zeigt Unterschiede zwischen verschiedenen IT-Berufsgruppen auf.

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Die Auswertung von Tech2stay zeigt eine langfristige Stagnation des Frauenanteils in Informatikausbildungen. Im Jahr 2025 lag dieser bei 12,4 % und damit nahezu auf dem Niveau von 2004 (12,6 %). Gleichzeitig ist die absolute Zahl der Frauen, die eine Informatikausbildung begannen, gestiegen: 2025 waren es 2.091 Frauen, was einem Anstieg von 39 % gegenüber 2004 entspricht. Da jedoch auch die Zahl der männlichen Auszubildenden in ähnlicher Größenordnung zunahm, veränderte sich der relative Anteil kaum.

Unterschiede in den einzelnen Berufsgruppen

Die Ausbildungsberufe der Informatik lassen sich vier Berufsgruppen zuordnen. In diesen Gruppen zeigen sich teilweise deutliche Unterschiede beim Frauenanteil der Auszubildenden.

Zur Berufsgruppe „Informatik“ gehört beispielsweise der Ausbildungsberuf „Fachinformatiker*in für Systemintegration“. Hier begannen die meisten Frauen eine Ausbildung. Ihr Anteil lag bei 10,7 %, was 1.146 Frauen bei insgesamt 10.740 Auszubildenden in absoluten Zahlen entspricht. 

Der Bereich „IT-Netzwerktechnik, IT-Koordination, IT-Administration und IT-Organisation“ umfasst unter anderem die Ausbildung zur „Fachinformatikerin für Digitale Vernetzung“ und ist die kleinste Berufsgruppe. Hier wurden 2025 insgesamt 174 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, davon 18 von Frauen, was einem Anteil von 10,3 % entspricht.

Höher ist der Frauenanteil in der Berufsgruppe „IT-Systemanalyse, IT-Anwendungsberatung und IT-Vertrieb“, zu der beispielsweise die Ausbildung „Kauffrau bzw. Kaufmann für IT-System-Management“ gehört. 126 Frauen schlossen hier Ausbildungsverträge ab, was einen Anteil von 14,4 % entspricht.

Mit 15,8 % ist der Frauenanteil in der Berufsgruppe „Softwareentwicklung & Programmierung“ am höchsten. Hierzu gehört zum Beispiel die Ausbildung zur „mathematisch-technische*r Softwareentwickler*in“. 2025 wurden in diesem Bereich insgesamt 5.085 Ausbildungsverträge abgeschlossen, davon 801 von Frauen.

Langfristig zeigen sich auch innerhalb der Berufsgruppen unterschiedliche Entwicklungen. Während der Frauenanteil in „Softwareentwicklung & Programmierung“ seit 2014 von etwa 10 % auf 15,8 % gestiegen ist, ist er in der Gruppe „IT-Systemanalyse, Anwendungsberatung und Vertrieb“ von 23,5 % im Jahr 2004 auf 14,5 % im Jahr 2025 zurückgegangen.

Über Tech2stay

Tech2stay – Frauen in der IT stärken und halten“ ist ein Verbundprojekt der Hochschule Heilbronn, des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. und der Gesellschaft für Informatik e. V. Das Projekt erforscht Gründe, aus denen weibliche Fachkräfte die IT-Branche verlassen, und entwickelt darauf aufbauend Maßnahmen zur Förderung ihres Verbleibs. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für Frauen in der IT langfristig zu verbessern.
Es wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

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