Digitale Kompetenzen im Vergleich: Österreich und Deutschland im D21-Index

Digitale Kompetenzen im Altersvergleich: Neue D21-Auswertung zeigt unterschiedliche Generationenprofile in Deutschland und Österreich.

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Eine Sonderauswertung „Digitale Kompetenzen im Altersvergleichdes D21-Digital-Index 2025 zeigt deutliche Unterschiede in der digitalen Kompetenzverteilung zwischen Österreich und Deutschland. Unter den Onliner*innen erreicht Österreich 65 von 100 Indexpunkten und liegt damit vor Deutschland mit 62 Punkten, insbesondere in den Bereichen Zugang zur digitalen Welt und digitale Kompetenz. Während österreichische Senior*innen digital kompetenter sind als ihre deutschen Altersgenoss*innen, weisen junge Österreicher*innen in mehreren Bereichen geringere Kompetenz- und Offenheitswerte auf als junge Deutsche. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich digitale Kompetenzen, Einstellungen und Resilienz in beiden Ländern unterschiedlich über die Altersgruppen verteilen.

Digitale Souveränität im Alter: gezielte Bildungsangebote in Österreich

Bei den über 65-Jährigen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland. Ältere Menschen in Österreich verfügen je nach Kompetenzbereich um bis zu 20 % häufiger über digitale Kompetenzen; im Durchschnitt liegen die Abstände zwischen 10 % und 15 %. Auch bei den digitalen Basiskompetenzen weisen sie einen Vorsprung von 15 % auf, während der Unterschied bei der digitalen Resilienz 5 % beträgt.

Ein möglicher Erklärungsansatz liegt in der höheren Weiterbildungsaktivität älterer Menschen in Österreich. Sie eignen sich häufiger neues digitales Wissen an, sowohl informell als auch über formale Angebote wie die seit mehr als zehn Jahren bestehende A1 Seniorenakademie. In Deutschland gaben im Juli 2024 rund 30 % der über 65-Jährigen an, im vergangenen Jahr kein neues digitales Wissen erworben zu haben; in Österreich lag dieser Anteil laut Erhebung von Mai 2025 bei 18 %. Begleitet wird dies durch langfristige Investitionen in Programme wie die Digitale Kompetenzoffensive (DKO) sowie durch zielgruppenspezifische Bildungsangebote für ältere Menschen.

Bei Jüngeren zeigt sich ein anderes Bild

Bei den 14- bis 29-Jährigen zeigt sich im Vergleich zu Deutschland ein abweichendes Muster. Junge Österreicher*innen weisen in mehreren Bereichen geringere Werte bei digitaler Offenheit und Kompetenz auf als Gleichaltrige in Deutschland. In einzelnen Kompetenzfeldern erreichen sie ähnliche oder leicht höhere Werte, in anderen – etwa bei alltagsnahen digitalen Kompetenzen oder der Nutzung von Online-Behördendiensten – liegen sie zurück. Zudem verfügen sie seltener über digitale Basiskompetenzen (−8 %), zeigen eine kritischere Haltung gegenüber der Digitalisierung und eine geringere digitale Resilienz (−11 %).

Der Zusammenhang zwischen Alter und digitaler Kompetenz stellt sich in Österreich insgesamt differenzierter dar als in Deutschland. Während dort über die Altersgruppen hinweg häufig ein klarer Zusammenhang zugunsten der Jüngeren erkennbar ist, übertreffen in Österreich ältere Personen die Jüngeren in einzelnen Bereichen, insbesondere bei digitaler Sicherheit und digitalem Wohlbefinden. Gleichzeitig erreichen junge Österreicher*innen höhere Werte in technisch anspruchsvollen, komplexen und berufsbezogenen Kompetenzfeldern.

Fazit: Pauschale Ansätze zur Kompetenzförderung sind kaum wirksam

Aus Sicht der Initiative D21 macht der Ländervergleich deutlich, dass pauschale Ansätze zur Förderung digitaler Kompetenzen nicht ausreichen. Die Voraussetzungen, Bedarfe und Herausforderungen unterscheiden sich je nach Altersgruppe erheblich. Entsprechend sind differenzierte Strategien erforderlich, die sowohl auf den Abbau von Hürden und die Stärkung alltagsnaher Kompetenzen bei älteren Menschen abzielen als auch bei jüngeren Zielgruppen über reine Alltagsnutzung hinausgehen und digitale Souveränität sowie Gestaltungskompetenzen fördern.

Geltungsbereich
Österreich
Deutschland