
Bild: EDSA26 Akademien-Panel
Im Rahmen des Programms „Digitales Europa 2025–2027“ hat die Europäische Kommission eine Ausschreibung zur Einrichtung sektorspezifischer Akademien für digitale Kompetenzen in drei Schlüsselbereichen veröffentlicht: Quantentechnologien, KI-Kompetenzen und virtuelle Welten. Diese Akademien werden als zentrale Drehscheiben für Ausbildung, Wissensaustausch und Zusammenarbeit dienen und die Lücke zwischen Spitzentechnologie und den für deren effektiven Einsatz erforderlichen Kompetenzen schließen.
Die neuen Akademien reihen sich in das Ökosystem für digitale Kompetenzen ein, das die „Digital Skills and Jobs Platform“ (DSJP) bereits für die „Cybersecurity Skills Academy“ – die sich auf den Mangel an Cyber-Fachkräften und -Talenten in Europa konzentriert – und die „EuroHPC Virtual Training Academy“ – die Lernpfade im Bereich Hochleistungsrechnen (HPC) entwickelt – geschaffen hat. In Zukunft ist zudem die Gründung der „Chips Skills Academy“ geplant.
Digitale Kompetenzakademie für Quantentechnologien: Das Potenzial der Quantentechnologien erschließen
Quantentechnologien haben das Potenzial, Branchen vom Gesundheitswesen bis zum Finanzwesen zu revolutionieren und Lösungen für komplexe globale Herausforderungen zu bieten.
Die „Quantum Skills Digital Academy“ hat sich zum Ziel gesetzt, eine Informationsdrehscheibe für die Ausbildung und Weiterbildung im Bereich der Quantentechnologie in ganz Europa zu etablieren. Ihre Aufgabe besteht darin, spezialisierte Schulungen und praktische Erfahrungen auf verschiedenen Ebenen anzubieten, um sicherzustellen, dass Europa über das erforderliche Fachwissen verfügt, um in den Bereichen Quantencomputing, Simulation, Kommunikation, Sensorik und Messtechnik eine führende Rolle einzunehmen und den Wissenstransfer in die Industrie zu beschleunigen.
Die Vermittlung der erforderlichen Quantenkompetenzen an Fachkräfte kann die Entwicklung industrieller Anwendungen von KI-Technologien vorantreiben und dazu beitragen, dass Europa in diesem hochrelevanten Bereich wettbewerbsfähig bleibt.
Hauptmerkmale
- Akademische Programme und modulare Schulungen, die auf verschiedene Zielgruppen zugeschnitten sind, von Anfängern bis hin zu erfahrenen Fachkräften
- Enge Verbindungen zu Forschungs– und Entwicklungsprojekten
- Maßgeschneiderte Schulungen für Fachkräfte, die möglicherweise keinen Hintergrund in Quantenphysik oder Ingenieurwesen haben, wodurch Quantentechnologien einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden
- Unterstützung der EU-Ziele: Die Akademie unterstützt den Europäischen Kompetenzrahmen für Quantentechnologien
Akademie für KI-Kompetenzen: Stärkung der Rolle Europas in der KI-Revolution
Generative KI verändert Branchen von der Wissenschaft und dem Gesundheitswesen bis hin zur Wissens- und Kreativwirtschaft. Viele Fachkräfte in der EU sind jedoch noch nicht mit ihren Anwendungsmöglichkeiten – und ihren gesellschaftlichen Auswirkungen – vertraut.
Die KI-Kompetenzakademie soll zu einer zentralen Drehscheibe für die Ausbildung im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) werden und damit dem dringenden Bedarf an Fachwissen bei der Entwicklung, dem Einsatz und der Nutzung großer KI-Modelle gerecht werden. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, KI-Wissen zu demokratisieren und sicherzustellen, dass Unternehmen, Forscher und politische Entscheidungsträger KI verantwortungsvoll entwickeln, einsetzen und regulieren sowie Innovationen fördern können, ohne dabei ethische Bedenken und gesellschaftliche Auswirkungen zu vernachlässigen.
Ein wesentliches Problem im Zusammenhang mit der digitalen Souveränität besteht darin, dass die meisten fortschrittlichen KI-Systeme derzeit außerhalb der EU entwickelt werden – diese Akademie soll dazu beitragen, die digitale Kompetenzlücke im Bereich KI zu schließen und sicherzustellen, dass europäische Fachkräfte das volle Potenzial von KI-Technologien sicher ausschöpfen können.
Hauptmerkmale
- Modulare Schulungsprogramme in zwei Schwerpunktbereichen:
- Kompetenzen im Zusammenhang mit den „AI Factories“-Einrichtungen, die die Arbeit der EuroHPC Virtual Training Academy ergänzen
- Kompetenzen für die Einführung und den Einsatz von KI (insbesondere GenAI) in wichtigen Wirtschaftssektoren
- Integration in akademische Lehrpläne: Schulungsmodule, die so konzipiert sind, dass sie in bestehende akademische Lehrpläne eingebettet werden können
- Unterstützung der EU-Ziele: Die Akademie trägt zu den Zielen des KI-Innovationspakets bei und unterstützt die „Apply AI“-Strategie
- Zusammenarbeit mit bestehenden Initiativen: „AI-on-Demand“-Plattform, Exzellenznetzwerke im Bereich KI, Europäische Digitale Innovationszentren, alle EuroHPC-Factories
Virtuelle Welten Skills Academy: Die Zukunft immersiver Technologien gestalten
Virtuelle Welten verbinden die physische und die digitale Realität in Echtzeit und werden zunehmend für die Entwicklung von Prototypen, die Virtualisierung von Städten und die Durchführung komplexer Simulationen genutzt, was sie zu einem Eckpfeiler der digitalen Wirtschaft macht. Diese Technologien verändern bereits heute die Bereiche Bildung, Stadtplanung, Fertigung und Gesundheitswesen.
Die Virtual Worlds Skills Academy wird als zentrale Drehscheibe für Fachwissen im Bereich virtueller und immersiver Technologien dienen und damit dem steigenden Bedarf an Kompetenzen in diesem sich rasch entwickelnden Feld gerecht werden. Diese Akademie wird Fachkräfte und Bürger mit den Fähigkeiten ausstatten, die Europa dabei helfen, bei der Entwicklung ethischer, sicherer und innovativer virtueller Umgebungen eine Vorreiterrolle einzunehmen, und dabei sicherstellen, dass die Technologie den gesellschaftlichen Bedürfnissen dient und gleichzeitig gesellschaftliche Risiken mindert.
Virtuelle Welten erfordern einen stark interdisziplinären Ansatz, der verschiedene Technologien und Disziplinen zusammenführt. Um hochkarätiges Fachwissen zu generieren, wird sich die Akademie auf Aus- und Weiterbildungsangebote konzentrieren, die alle notwendigen technologischen Komponenten virtueller Welten sowie kreative und andere verwandte Disziplinen umfassen.
Hauptmerkmale
- Schulungen auf allen Ebenen: von den Grundlagen bis zum Fortgeschrittenenniveau, einschließlich Initiativen für Lehrkräfte an Hochschulen, in der beruflichen Bildung und im Sekundarbereich
- Interdisziplinärer Ansatz: Virtuelle Welten vereinen viele verschiedene Technologien und Disziplinen
- Alle notwendigen technologischen Komponenten virtueller Welten (z. B. Extended Reality, Blockchain, KI, Daten, Edge-Computing, Hochleistungsrechnen, 3D-Grafik, interaktive Medien, Erstellung von Inhalten, Computer Vision, Modellierung und industrielle Anwendungen [digitale Zwillinge], digitale Identität, Datenschutz und Big Data
- Kreative und andere wissensbasierte Disziplinen (Recht, Ethik, Design usw.)
- Ausstattung von Branchenspezialisten (z. B. Automobilindustrie, Gesundheitswesen, Bildungswesen, Kultur- und Kreativwirtschaft) mit dem Wissen, um virtuelle Welten in ihren Bereichen einzusetzen und deren Vorteile zu nutzen
- Grundlegendes Verständnis der Technologien virtueller Welten für Bürger*innen, um das Bewusstsein für die Chancen und Risiken virtueller Welten zu schärfen.
- Partnerschaften und Kooperationsrahmen zwischen Wissenschaft, Industrie (einschließlich KMU) und Forschungseinrichtungen, um Lücken in den aktuellen Ausbildungsangeboten zu identifizieren und gezielte Lösungen zu entwickeln

Bild: EDSA26 Akademien-Panel
Unterstützung des digitalen Wandels in Europa
Europa sieht sich mit einem Mangel an digitalen Kompetenzen konfrontiert, wobei die Nachfrage nach neuen Technologien das Angebot bei weitem übersteigt. Die Akademien werden gezielte, hochwertige Ausbildungsangebote bereitstellen, um den Bedarf der Industrie zu decken und die Abhängigkeit von externem Fachwissen zu verringern. Europa kann so seine eigenen Talente fördern, seine Abhängigkeit von ausländischer Technologie verringern und seine Position als weltweit führende Innovationskraft stärken.
Zu den Zielen der „Digitalen Dekade 2030“ gehört es, sicherzustellen, dass 80 % der Europäer über grundlegende digitale Kompetenzen verfügen und 20 Millionen IKT-Fachkräfte in der EU beschäftigt sind. Diese Akademien werden eine Schlüsselrolle bei der Erreichung dieser Ziele spielen, indem sie fortgeschrittene und spezialisierte Schulungen anbieten und als Drehscheibe für die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Industrie und politischen Entscheidungsträgern fungieren, um sicherzustellen, dass die Ausbildungsprogramme relevant, aktuell und auf die Marktbedürfnisse abgestimmt sind.
Über die berufliche Ausbildung hinaus werden die Akademien auch die EU-Bürger stärken, indem sie die Öffentlichkeit für die Chancen und Risiken neuer Technologien sensibilisieren und digitale Kompetenz sowie verantwortungsvolle Innovation fördern.
