Der Bitkom-Länderindex 2026 zeigt deutliche Unterschiede bei der Digitalisierung der Bundesländer. Für die Studie wurden alle 16 Länder anhand von 30 Indikatoren in den Bereichen Governance & Verwaltung, Digitale Infrastruktur, Digitale Wirtschaft und Digitale Gesellschaft untersucht. Datengrundlage waren Befragungen der Landesregierungen, amtliche Statistiken, Drittstudien sowie eine repräsentative Umfrage unter mehr als 5.600 Bürger*innen.
Hamburg bleibt mit 70,3 Punkten Spitzenreiter im Gesamtranking. Dahinter folgen Berlin und Hessen, das sich im Vergleich zum Länderindex 2024 auf Platz 3 verbessert. Das Saarland erzielt die stärkste Entwicklung und rückt von Platz 12 auf Platz 6 vor. Schlusslichter des Rankings sind Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.
Hamburg erreicht besonders hohe Werte in den Kategorien Digitale Wirtschaft und Digitale Infrastruktur. Ausschlaggebend sind unter anderem eine starke Glasfaser- und Gigabitversorgung sowie ein hoher Anteil an IT-Unternehmen und IT-Fachkräften. Berlin punktet insbesondere mit seiner Startup-Szene und der Präsenz von IT-Unternehmen. Hessen erreicht Spitzenwerte im Bereich Governance & Verwaltung sowie bei der Rechenzentrumsleistung in der Region Frankfurt/Main.
Das Saarland verbessert sich vor allem durch hohe Werte in der Kategorie Digitale Gesellschaft. Dazu tragen Maßnahmen im Bereich digitale Bildung bei. In allen Schulformen sind dort mindestens sechs Pflichtstunden Informatik vorgesehen. Zudem liegt der Anteil der Informatiklehrkräfte über dem Bundesdurchschnitt. Auch bei der Gigabitversorgung an Schulen erzielt das Saarland Spitzenwerte.
Digitale Stärken verteilen sich regional unterschiedlich
Der Länderindex zeigt, dass sich digitale Stärken regional unterschiedlich verteilen. In der Kategorie Digitale Infrastruktur führen vor allem norddeutsche Länder wie Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Sie verfügen über eine besonders starke Glasfaser- und Gigabitversorgung.
Die südlichen Bundesländer erreichen hohe Werte im Bereich Digitale Wirtschaft. Gleichzeitig schneiden ostdeutsche Länder besonders in der Kategorie Digitale Gesellschaft gut ab. Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen erreichen dort Spitzenplätze. Gründe dafür sind vor allem Maßnahmen im Bereich digitale Bildung. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es an allen Schulformen sechs Pflichtstunden Informatik, in Sachsen unterrichten vergleichsweise viele Lehrkräfte Informatik.
Was digitale Vorreiter gemeinsam haben
Laut Bitkom verfügen digital starke Länder häufig über strukturelle Vorteile wie eine hohe Wirtschaftsleistung, eine starke Hochschul- und Unternehmenslandschaft sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung. Hinzu kommen politische Rahmenbedingungen wie eigenständige Digitalministerien, Digitalkabinette oder Digitalstrategien mit öffentlichen Fortschrittsberichten.
Als wichtige Maßnahmen nennt Bitkom unter anderem Informatik als Pflichtfach ab der Sekundarstufe I, Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte sowie Angebote zur Förderung digitaler Kompetenzen in Bibliotheken oder Volkshochschulen. Zudem werden eine stärkere Zusammenarbeit der Länder bei digitalen Verwaltungsstrukturen sowie der Ausbau gemeinsamer technischer Standards hervorgehoben.
